Unperfekt und loslassen

Ich war heute wieder auf einer Vernissage von Ilona Blume. Sie ist eine fantastische Künstlerin, ist herzlich, offen und malt mit dem Herzen. Heute war wieder so ein Aha-Erlebnis. Weshalb schreibe ich das hier? Weil ich wieder diese Worte hörte, wie sie mir damals schon gesagt wurden, als ich in ihrer Ausstellung im Innenministerium war. (hier zu sehen)

Die Worte lauteten: „Es muss nicht perfekt sein, um ein tolles Bild zu haben. Das Loslassen -in diesem Fall ist der Pinsel gemeint- ist ein Prozess.“ Und ich muss sagen, sie hat Recht. Denn irgendwann kommt der Punkt, da muss auch ich loslassen und ob es jetzt perfekt ist oder nicht, es ist mein Bild, mein Werk. Wieder kam mir dann folgender Gedanke: Wenn jemand ein Bild haben will, so wie es draußen aussieht, dann macht er ein Foto oder lässt es sich auf Leinwand vergrößern. Möchten Menschen jedoch ein Kunstwerk haben, dann lassen sie alles offen und dem Künstler die künstlerische Freiheit. Kunst ist weitaus mehr, als nur das Malen mit dem Pinsel. Kopf aus, Herz an – so funktioniert es am Besten. Auch, wenn ich meine Ideen oft vorher fotografiere, möchte ich dennoch dem Werk meine künstlerische Freiheit der Unperfektheit geben. Das ist doch das, was die Malerei hergibt; die Übertreibung, die weiteren Farben hinzufügen, auch wenn es draußen wahrscheinlich nie so aussehen wird. Oder einfach die Einfachheit zulassen und sagen: „Jetzt ist es fertig, jetzt lasse ich los!“ So war es z.B. auch bei diesem Bild, welches Ihr hier seht.

Es war fertig, ich habe es weggestellt. Dennoch war es in meinem Sichtfeld, jeden Tag ging ich vorbei und dachte: „Irgend etwas fehlt da, wie kann ich es perfektionieren?“ Aber dann kam der Punkt, nein es bleibt so, sollte irgendwas „falsch“ sein, fehlen oder, oder, oder …… dann ist das so. Danke Ilona! Heute habe ich wieder dazugelernt, dass Loslassen nie aufhört.

Macht das, was Euch glücklich macht, genießt das Leben, die Tasse Kaffee, die Kreativität oder das, was Ihr sonst so liebt. Macht es mit dem Herzen. 💚